KENMO The LionheArtist

22Mai/11Off

Forward the revolution!

Der Titel spielt auf die Ereignisse dieses Frühjahres in Nordafrika und jetzt auch in Spanien an und ist inspiriert durch diesen Song vom Spiral Tribe.
Wenn ich sage "forward the revolution" meint das die innere Revolution des Bewußtseins -
Frieden anstelle von Gewalt, Liebe anstelle von Hass. Allerdings gehe ich davon aus, daß man einen Standpunkt jenseits der Polaritäten dieser Welt -jenseits von gut und böse- beziehen muß, um diese Weisheit anwenden zu können. Denn wenn man sich Liebe nur vorgaukelt, schlägt sie bei Enttäuschung schnell in Hass um. Dasgleiche gilt für den Frieden.
Nachhaltige Wirkung wird erst erreicht, wenn man sich geistig über den irdischen Sumpf erheben und von dort aus klar schauen und entscheiden kann.

19Mai/11Off

Eindrücke vom Kunstfrühling

Zur Zeit findet noch bis zum 5. Juni der sogenannte "Kunstfrühling" in der Gleishalle am Bremer Güterbahnhof statt - vorbeischauen lohnt sich. Der Eintritt kostet 5 €, ermäßigt 3 €, für Kunststudenten ist die Ausstellung kostenlos - weitere Infos gibt´s hier: http://www.kunstfruehling.de/home.html
Wenn ihr hingeht, nehmt euch ein paar Stunden Zeit, es gibt viel zu sehen!
Meine Fotos sind rein subjektive Eindrücke ohne Anspruch darauf, repräsentativ zu sein. Wenn ihr die Namen der Künstler unter den Bildern nicht seht, so weiß ich sie nicht. Wenn ihr sie wisst, schreibt mir!

10Mai/11Off

Quo Vadis, Mensch?

Es ist nicht ganz einfach, gute Fotos von diesem Werk zu bekommen - man muß gegen 14 h fotografieren, da sonst das Sonnenlicht von der einen oder anderen Seite auf die Wand fällt. Außerdem stehen jetzt ständig Autos davor, so daß man nicht viel Abstand hat - mit 3-4 Fotos kann man dann das Gesamtbild einfangen. Hier meine nicht ganz professionelle Collage...

8Mai/11Off

Ein Transformationsprozess

Ich halte dieses Bild keineswegs für ein großes Kunstwerk, aber der Prozess war es wert: Ursprünglich wollte ich vor zwei Wochen meinem bis dahin guten Workflow folgend einfach das nächste Piece malen. Doch entgegen meinem starken Schaffensdrang bekam ich keine klare Idee vor Augen und konnte mich zwischen zahlreichen vagen Vorstellungen nicht entscheiden. Somit fühlte ich mich genötigt, zu Hause zu bleiben, wo ich bald darauf Depressionen bekam und mir Vorwürfe machte, meinem Flow nicht zu folgen, nichts zu schaffen usw. ...
In diesem Zustand skizzierte ich zwar ein paar Styles, aber das Thema, was mir nicht mehr aus dem Kopf ging war "Self Slaughter" - da ich meine Lage als selbstzerstörerisch empfand. Über meinen innerpsychischen Konflikt hinaus spiegelt dieser Begriff aber auch die größere Situation der Menschen im Äußeren, angesichts von Fukushima, dem Öl im Golf von Mexiko, dem Krieg in Lybien und tausend weiteren Katastrophen - eben kollektive Selbstzerstörung, das normalste der Welt.
So wie ich meine inneren Kämpfe austrage, so tragen andere sie im Außen aus, das "Böse" ist dann (nur) im Anderen zu suchen oder einfach auf ihn zu projizieren. Menschen beschweren sich über die Diktatur der globalen Konzerne, während sie Monsanto-Gentec-gemästete Schweineschnitzel essen und dazu Coca-Cola trinken. Oder sie nennen sich Antifaschisten und bespitzeln und denunzieren Faschisten, um ihnen dann Gewalt und Verfolgung anzudrohen. Oder sie glauben, ihre Mitbewerber würden ihnen Arbeitsplätze stehlen, ohne zu sehen, daß es der Konzernchef ist (den sie unterstützen), der sie nicht mehr braucht.
Ich will niemanden angreifen, mir erscheint das nur genauso paradox wie mein innerer Konflikt.
Wenn ich mich selbst bekämpfe, leide wenigstens nur ich, und nirgendwo anders als in mir kann ich die Lösung finden.
Ich brauchte fast eine Woche der Auseinandersetzung mit diesem Thema, bis ich überhaupt anfing mit dem Werk. Dann, nachdem ich begonnen hatte, wollte ich es eigentlich gleich am nächsten Tag fertigstellen, aber es kam wieder etwas dazwischen (195 NPD-Mitglieder, 3.000 Polizisten und etwa 4.000 Gegendemonstranten). Es brauchte eine weitere Woche bis zur Vollendung, in der ich jetzt auch mit der Frage kämpfte, ob es überhaupt Sinn macht, solch einen "Quatsch" zu machen. Von Anfang an wußte ich, daß ich das "Slaughter" wieder auscrossen wollte - was mich an der Wand etwas Überwindung kostete, zumal es ein weiterer Ausdruck inneren Konfliktes ist. Auch das Überschreiben der Metzelei mit dem "Love yourself"-Mantra stellt noch keine Lösung dar. Bestenfalls kann es dazu beitragen, beides - also "Selfslaughter"- und "Loveyourselve"-Gedanken - gleichermaßen ad absurdum zu führen, um dann gedankenfrei darüber zu lachen, und einfach der (oder die) zu sein, der (oder die) man ist - und das ist die Lösung!